Heilpädagogische Wohngruppe Hof Grasdorf

Grasdorfer Straße 39
28879 Grasberg
Tel.: 04208 - 829184
Fax: 04208 - 829185
grasdorf@jub-bremen.de

92 Unser Angebot
In der Heilpädagogischen Wohngruppe Hof Grasdorf können 8 Kinder und Jugendliche (Jungen und Mädchen) leben. Das Aufnahmealter liegt zwischen 4 und 15 Jahren.
Bei Jugendlichen muss jedoch gesichert sein, dass sie sich auf das Angebot Leben im ländlichen Raum und auf einen engen Bezugsrahmen einlassen können.
Rechtsgrundlage sind die §§34 und 35a KJHG.

Zielgruppe
Aufgenommen werden traumatisierte Kinder, bei denen ein Prozess des Nachreifens initiiert werden soll.
Kinder die stark bedürftig sind, sich ihrer selbst unsicher und nur über ein Selbstbild des "Nicht Könnens, Nicht Schaffens" verfügen.
Kinder, bei denen ein stationärer Aufenthalt in der Psychatrie abgeschlossen ist, die aber weiter einen geschützten Rahmen mit heilpädagogisch-therapeutischen Angeboten brauchen.
Kinder, deren Entwicklung am Rand zur geistigen Behinderung steht.
 

Pädagogische Grundlagen
Das konkrete pädagogische Handeln in der Wohngruppe orientiert sich an verhaltenstherapeutischen und systemischen Ansätzen. Die pädagogische Arbeit basiert auf einer betreuungsintensiven Struktur.
Das Leben mit Tieren (Tiergestützte Pädagogik) und in der Natur mit ihrem jahreszeitlichen Rhythmus und deren innewohnenden Ressourcen wird zur Entwicklungsförderung genutzt.
Den Kindern wird ein Setting geboten, in dem sie ihre Fähigkeiten im konstruktiven Sinn erfahren und in dem sie bis zur Selbständigkeit begleitet werden können. Parallel zur persönlichen Entwicklung ist die erfolgreiche soziale Integration im öffentlichen Leben (Schule/Beruf) das Ziel.
Aus der Betreuung der am Hof lebenden Tiere und dem Umgang mit ihnen, sowie aus den haus-, hof- und naturgegebene Aktivitäten (Garten, Handwerk, Haushalt, Stall) entstehen strukturierende und fördernde pädagogische Angebote.

Elternarbeit
Die Arbeit mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir begreifen die Familie als System und versuchen gemeinsam mit ihnen die Stärken und Fähigkeiten herauszuarbeiten und auszuweiten Dies kann sowohl Rückführung in die Familie, als auch mehr Sicherheit im Umgang mit dem Getrenntleben zum Ergebnis haben.

Räumlichkeiten
Die Heilpädagogische Wohngruppe Hof Grasdorf bewohnt einen schönen Resthof zwischen Lilienthal und Grasberg.
Dieser ehemalige Bauernhof, umgeben von 14.000qm Land, ist ein Haus zum Anfassen, mit vielen Räumen, mit Holzböden, einem Heuschober, Stallungen für Tiere, viel Holz, Stroh, Natürlichkeit und Gemütlichkeit.
Jedes Kind bewohnt ein Einzelzimmer, zusätzlich gibt es eine Wohnküche, ein Wohnzimmer, ein Spielzimmer.
Auf der großen Diele ist viel Platz zum Toben und Feiern.
Das Haus bietet Raum für erlebnispädagogische Maßnahmen, wie z.B. schlafen im Stroh.
Auf dem Gelände befinden sich zusätzlich eine Werkstatt, ein Hühnerstall und eine Scheune.
Die Basis für die pädagogische Arbeit
Der Hof Grasdorf stellt den Kindern neue Erfahrungsräume, Situationen und Handlungsfelder bereit.
Die an künstlichen Reizen ärmere, aber an nätürlichen Reizen reichere Umgebung schafft ein übersichtliches Umfeld. Dies erleichtert den Kindern die Orientierung. Vorhandene innere Strukturen werden gestärkt und gefördert. Das große Gelände schafft Bewegungsraum, hier können die Kinder Stress durch Bewegung abbauen, ohne immer wieder gebremst und reglementiert werden zu müssen. Den Pädagogen bietet er dabei pädagogische Freiräume.
Schon bei jüngeren Kindern sind wir häufig mit extremen Verhaltensweisen konfrontiert, die in einer engeren Nachbarschaft nicht ausgelebt werden können und zu zusätzlichen Konflikten zwischen Pädagogen, Kindern und dem Umfeld führen.
Das Grundstück bietet Raum für erlebnispädagogische Angebote, wie übernachten in Zelten oder im Freien, Kochen auf offenem Feuer, Lagerfeuer, backen von Steinofenbrot, Hütten bauen und handwerkeln. Hier können komplexe Erfahrungen gemacht werden.

Tiergestützte Pädagogik als Schwerpunkt des pädagogischen Konzepts
Tiere sind in der Lage, unsere emotionale Welt anzusprechen und wir sind in der Lage, darauf zu reagieren. Auch wir können beobachten, dass es gerade die therapiebedürftigen Kinder sind, die sehr bereitwillig intensive Beziehungen zu Tieren eingehen. Eben das, was sie bei ihren Mitmenschen nicht tun. Bindungsfähigkeit ist jedoch Grundvoraussetzung für die Genesung.
Wenn Tiere als Bindeglied zwischen Kind und Pädagoge fungieren, wird:

  • gegenseitiges Vertrauen schneller aufgebaut
  • das Tier als unparteiisches Gegenüber erlebt
  • die Intervention der Mitarbeiter als unmittelbare Hilfe erlebt
  • Tiere werten und etikettieren nicht
  • Tiere senden keine Doppelbotschaften
  • durch die Beschäftigung mit dem Tier
  • wird Kommunikation spielerisch erreicht
  • der Wunsch nach Nähe kann zum Tier ohne Ängste konkretisiert werden
  • die Tiere machen dem Kind Grenzen deutlich, die jedoch im nächsten Moment ohne Bedeutung sind, wenn das Kind sich dem Tier gegenüber angemessen bzw. tiergerecht verhält

Wirkungsfelder der tiergestützten Pädagogik sind sowohl im psychischen/sozialen als auch im physischen/motorischen Bereich zu finden.

Unser Team
Die Mitarbeiter gestalten den pädagogischen Alltag im Schichtdienst. Die konkrete Dienstzeit richtet sich nach dem Bedarf, der sich aus der Gruppenkostellation ergibt.

Das Team sind:
Päd. Leitung: Jennifer Bohne
Susanne Jachertz, Dipl. Sozialpädagogin
Renate Kaulfuß, Heilpädagogin
Vera Venz, Lehrerin
Markus Neelsen, Dipl. Sozialpädagoge
Joachim Meyer, Dipl. Sozialpädagoge
Birgit Otto-Schierenbeck, Hauswirtschaftskraft
Thorsten Ehrhardt, Landwirt

Einmal in der Woche findet ein Teamgespräch aller pädagogischer Mitarbeiter statt. An jedem zweiten Teamgespräch nimmt die Bereichsleitung teil. Das Team hat alle zwei Wochen eine Fallsupervision bei einem externen Kinder- und Jugendpsychiater.
Team und Bereichsleitung können bei Bedarf vereinbaren, dass Teamsupervisionssitzungen bei einer externen Fachkraft genommen werden.
Zusätzlich kann der Psychologe der Gesamteinrichtung für eine Beratung im Einzelfall hinzu gezogen werden.